Ihre Fragen – Unsere Antworten

Sie benötigen Informationen rund um das Thema Einstellung und Beschäftigung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? Die folgende Sammlung von Antworten auf häufig gestellte Fragen informiert über personalpolitische Herausforderungen aufgrund des demografischen Wandels und über die tatsächlichen Bedingungen der Beschäftigung Älterer. Falls die Antworten auf Ihre Fragen nicht dabei sind: Gerne beantworten wir diese auch per E-Mail.

 

Gibt es wirklich einen Fachkräftemangel? Wir bekommen bisher für jede ausgeschriebene Stelle genügend Bewerbungen.

Gibt es wirklich einen Fachkräftemangel? Wir bekommen bisher für jede ausgeschriebene Stelle genügend Bewerbungen.


Spätestens nach dem Jahr 2015 wird in Deutschland das Angebot an Arbeitskräften wegen des Bevölkerungsrückgangs deutlich abnehmen. Der Bedarf an Arbeitskräften steigt demgegenüber stetig an (IAB-Kurzbericht 26/2007). Prognosen gehen davon aus, dass bis 2030 rund 5,2 Millionen Fachkräfte fehlen werden. Der Arbeitskräftebedarf wird dabei auf allen Qualifikationsebenen zunehmen, am deutlichsten wird ein Mangel an Facharbeitern und Akademikern zu spüren sein (Prognos AG 2008). Doch schon heute hat jedes dritte deutsche Unternehmen Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung. Besonders häufig betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (BDI Mittelstandspanel Herbst 2008).

 

Was tun Unternehmen in Deutschland bisher, um einem Fachkräftemangel zu begegnen?

Was tun Unternehmen in Deutschland bisher, um einem Fachkräftemangel zu begegnen?


Einer DIHK-Umfrage zufolge (www.dihk.de) wollen 56 Prozent der Unternehmen sich stärker in der Aus- und Weiterbildung engagieren. 15 Prozent geben an, das Potenzial Älterer besser nutzen zu wollen. Der DIHK empfiehlt: Verstärkt geringer Qualifizierte, Frauen und Ältere beschäftigen.

 

Wollen die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer denn überhaupt noch arbeiten?

Wollen die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer denn überhaupt noch arbeiten?


Ja, mit Unterstützung durch den Arbeitgeber: 77 Prozent der Beschäftigten möchten bis zum Rentenalter beruflich aktiv bleiben. Die meisten (94 Prozent) sehen sich selbst am stärksten in der Verantwortung, wenn es um die Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit bis zum Renteneintrittsalter geht. Allerdings wünschen sie sich Unterstützung vom Arbeitgeber, was die Anerkennung ihrer Arbeit und die Übertragung von interessanten Aufgaben angeht. Zur kontinuierlichen Weiterbildung sind 77 Prozent bereit. Sechs von zehn Erwerbstätigen möchten ihren Renteneintritt im Alter zwischen 60 und 67 selbst bestimmen. Eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit ab einem bestimmten Alter halten sieben von zehn für eine wichtige Voraussetzung, um bis 65 aktiv zu bleiben (Bertelsmann Stiftung 2006, Ergebnis einer repräsentativen Umfrage „Älter werden – aktiv bleiben“).

 

Wie steht es mit der Leistungsfähigkeit Älterer?

Wie steht es mit der Leistungsfähigkeit Älterer?


Leistungsfähigkeit ist keine Frage des Alters, sondern der Bildung und der Fitness. Ältere Beschäftigte, die sich weitergebildet haben und sich durch Sport oder andere Ausgleichsaktivitäten fit halten, legen im Alter an Leistungsfähigkeit sogar noch zu im Vergleich zu jüngeren Kolleginnen und Kollegen (Langzeitstudie „FinnAge – Respect for Ageing“ der Finnischen Regierung). In Ländern wie Irland oder Norwegen sind 50 bzw. 68 Prozent aller Menschen über 55 erwerbstätig (Deutschland: 39 Prozent). Die Arbeitsproduktivität in diesen Ländern liegt um zwölf bzw. 35 Prozent höher als in Deutschland (OECD).

 

Sind Ältere nicht öfter krank als jüngere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

Sind Ältere nicht öfter krank als jüngere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?


Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind seltener krank als jüngere Beschäftigte: Erwerbstätige bis 24 Jahre erkranken im Schnitt 2,2 Mal im Jahr, ältere Beschäftigte ab 55 nur 1,4 Mal (AOK).

 

Sind ältere Beschäftigte unflexibler als jüngere?

Sind ältere Beschäftigte unflexibler als jüngere?


Ältere Beschäftigte sind häufig zeitlich flexibler als jüngere, weil sie unabhängiger von familiären und finanziellen Verpflichtungen sind (Studie der Universität Tübingen).

 

Lohnt es sich, Ältere einzustellen? Sie haben doch höhere Gehaltsansprüche?

Lohnt es sich, Ältere einzustellen? Sie haben doch höhere Gehaltsansprüche?


Tatsächlich sind die Spitzenverdiener in den Altersgruppen über 50 und 60 zu finden (OECD; Sozio-Oekonomisches Panel (SOEP)). Aus Firmensicht gibt es dafür auch gute Gründe, beispielsweise den Wunsch, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig zu binden. Insbesondere im Management sind zudem oft Kompetenzen gefragt, die mit dem Alter nicht abnehmen. Ältere Personen, die bereits einige Zeit arbeitslos sind, erwarten allerdings in der Regel kein Spitzengehalt. Sprechen Sie mit den Bewerberinnen und Bewerbern über ihre Kompetenzen und eine im Verhältnis zu diesen angemessene Entlohnung.

 

Wenn ich Ältere einstelle, kann ich diesen dann im Notfall auch wieder kündigen?

Wenn ich Ältere einstelle, kann ich diesen dann im Notfall auch wieder kündigen?


Es gibt keinen speziellen Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Gesetzliche und tarifliche Kündigungsfristen beziehen sich auf die Dauer der Betriebszugehörigkeit, spielen also für neu eingestellte Personen keine Rolle.

 

Kann ich auch befristet einstellen?

Kann ich auch befristet einstellen?


Ja, die neuen Befristungsregeln für Arbeitsverträge mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ab dem 52. Lebensjahr gelten für Personen, die vor der Arbeitsaufnahme mindestens vier Monate arbeitslos waren. Die mehrfache Verlängerung der Befristung ist nun bis zu vier Jahre möglich.

Ausführliche Informationen zu arbeitsrechtlichen Bedingungen der Einstellung, Beschäftigung und Trennung von älteren Mitarbeitern erhalten Sie hier.  

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